Samstag, 4. August 2007

weddingplaner

ich eine bekannte, die erreicht langsam ein kritisches alter. den verkupplungsversuchen mitleidiger mitmenschen widersetzt sie sich aber vehement.

"wann heiratet denn eure tochter endlich?"
hat neulich ihr onkel gefragt. "kein mann ist es wert, das man ihm nachtrauert" erklärt die eine großmutter, versucht hinterrücks jedoch treffen zu arrangieren, mit jungen männern, die ihr passend erscheinen um die missratene enkelin auf den pfad der tugend zurückzuführen. "halt dich von den männern fern!" predigt die andere oma und hat dabei doch dieses urenkelfiebrige glitzern in den augen. selbst die eltern reden ihr zu, wie einem kleinen kind, das eben ängstlich aus alpträumen hochschreckte. "ich habe gehört, deine letzte liason ist zuende. dann war es nicht der richtige. der kommt schon noch. bald. wirst sehen." sagt der ansonsten emotionslose vater. seine stimme klingt ungewohnt sanft und weich und tröstenwollend.

"Liebe ist kein Problem, ich find sie herrlich und angenehm. Wenn einer hübsch ist, wird er geküßt. Seh`n Sie, wie einfach das ist."
entgegnet sie lachend (der verhärmte unterton nur für geschulte ohren erkenntlich) den schmeißfliegen, die um ihr liebesleben kreisen, die nicht interessiert, was sie tut und wie sie lebt, sondern nur, warum da noch immer kein properer schwiegersohn, ein erfolgreicher, gutaussehender kerl, an der seite der ältesten weilt und ihr babybäuche schmackhaft macht.

nichtsdestotrotz hat sie heute bei "my big fat greek wedding" geheult, aber nur ein bisschen.

romantische wallungen beim anblick von john corbett, dem cirka zweitentzückensten männlichen wesen nach josef hader , werden grad noch mal toleriert, ansonsten distanziere ich mich von diesem text, insbesondere dem letzten absatz, von meiner bekannten sowieso. auch verwehre ich mich jeglicher interpretationansätze.

Freitag, 3. August 2007

nikolauserinnerungen

nikolaus? osterhase? ha, ich wusste doch genau, dass es die mutter war, die alle heiligen zeiten irgendwo schokolade versteckte. sie war ein wenig romantisch veranlagt, ein so nüchternes, aufgeklärtes kleinkind war ihr ungeheuer. damit wenigstens bei ihr etwas feiertagsstimmung aufkam, griff sie zu einer list. einer, die letztendlich das ende meiner kindlichen gutgläubigkeit markieren sollte.

der pfarrnikolaus würde vorbeikommen, ein echter mensch aus fleisch und blut und chromosomen. ja, das erzählte sie mir und ich hatte keinen zweifel an der wahrheit ihrer worte. das klang plausibel. ich freute mich auch schon auf all die sachen, die sie gekauft hatte, damit er sie in meine stiefel stecken konnte. doch es war ein kalter tag und der weg zu unserem haus war weit und ich hatte mitleid mit dem mann im mantel.
"der nikolaus bringt allen kindern geschenke, aber wer schenkt ihm was?" war es, was mich beschäftigte. nicht nur, dass ich grübelte, wie ich dem nikolaus eine freude machen könnte, nein, es durfte nicht irgendein geschenk sein, sondern musste von herzen kommen. ich müsste ihm etwas schenken, das zu verschenken mir schwer fiel, weil ich selbst daran hing.

und so packte ich das liebste, das ich hatte, in meine schuhe. ein großes, aufklappbares osterei, pappmaché statt fabergè, mit vielen schönen bildern von hühnern drauf und dazu meinen allergrößten schatz, den blendi-biber, das maskottchen zu meiner erdbeeraromatisierten kinderzahnpasta. es fiel mir nicht leicht mich von diesen dingen zu trennen, doch voller vorfreude wartete ich auf die reaktion des mannes mit dem falschen bart. alle paar minuten schlich ich nach draussen um nachzusehen, ob er sein geschenk schon gefunden hätte. irgendwann, abends, waren plötzlich meine stiefel gefüllt mit allerhand süßigkeiten, ei und biber dafür verschwunden. ich war glückselig und sicher eine gute tat vollbracht zu haben.

einige jahre später fand ich dann das pappmachèei und den biber, denen ich, aller selbstlosigkeit zu trotz, im stillen doch hin und wieder nachgetrauert hatte, in der abstellkammer. wie schuppen fiel es mir von den augen: ES HAT NIE EINEN PFARRNIKOLAUS GEGEBEN!

Dienstag, 31. Juli 2007

auch heute wieder

ein beitrag aus der allseits beliebten rubrik "restelesen".

privataudienz

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der pöbel unter sich

Ich finde die beamtenhaft...
Ich finde die beamtenhaft anmutende Pause in diesem...
bob (Gast) - 23. Dez, 10:14
Das ist doch unglaublich....
Das ist doch unglaublich. Glaub ich.
textorama (Gast) - 22. Sep, 17:11
Wohl eher ein naturhysterisches...
Wohl eher ein naturhysterisches Diorama. Die beiden...
textorama (Gast) - 22. Sep, 17:10
gemüsehunger, immer zur...
gemüsehunger, immer zur unzeit... längst licht aus...
p. (Gast) - 9. Aug, 04:03
gemüsefach hatte an dem...
gemüsefach hatte an dem tag bereits geschlossen.
MoniqueChantalHuber - 6. Aug, 07:58
auf n sprung ins gemüse?
auf n sprung ins gemüse?
p. (Gast) - 6. Aug, 03:56
klammern halten die großen...
klammern halten die großen scheine einfach besser zusammen.
MoniqueChantalHuber - 3. Aug, 16:08
Klammern anstatt Rettungsschirm,...
Klammern anstatt Rettungsschirm, sehr clever.
mq (Gast) - 2. Aug, 09:08
eine fabelnhafte idee.
eine fabelnhafte idee.
MoniqueChantalHuber - 1. Aug, 22:30
Ich überlege gerade,
ob es nett wäre, wenn sich könig egon ladislaus froschojewsky...
schreiben wie atmen - 1. Aug, 22:18

kundmachung

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Zuletzt aktualisiert: 24. Jul, 02:02

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